Trevor Charles Watts (* 26. Februar 1939 in York, Großbritannien) ist ein britischer Jazzmusiker (Holzblasinstrumente, Komposition).
In einer jazzbegeisterten Familie aufgewachsen, brachte sich Watts ab 12 zunächst das Kornett bei. Mit 18 Jahren wandte er sich demSaxophon zu. Zwischen 1958 und 1963 absolvierte er seinen Wehrdienst in Deutschland und spielte in einer Kapelle der Royal Air Force (u. a. mit
Paul Rutherford und John Stevens). Nach seiner Entlassung ging er nach London und schloss sich dem
New Jazz Orchestra an, spielte aber auch mit Bluesrockmusikern wie
Rod Stewart und Sonny Boy Williamson II. 1965 gründete er mit John Stevens das
Spontaneous Music Ensemble, das ein wichtiger Katalysator für die Entwicklung des freien Spiels in Großbritannien werden sollte (und an dem er bis 1974 mitwirkte). Daneben gründete er 1967 die Band
Amalgam, die zunehmend das Territorium zwischen freier Improvisation und Rock-orientierten Rhythmen erkundete (u. a. mit Keith und
Julie Tippett, Colin Mackenzie und Liam Genocky). Seit der Gründung 1972 war er Mitglied des
London Jazz Composers’ Orchestra, das zunehmend von Barry Guy organisiert wurde. Daneben arbeitete er mit Bobby Bradford (1973),
Stan Tracey (1973/74) und
Katrina Krimsky. 1976 gründete er das
Trevor Watts String Ensemble, 1978 die
Universal Music Group. 1982 veränderte sich sein musikalisches Konzept grundlegend; die Improvisationen bauten in seiner großformatigen
Moiré Music und dem
Moiré Drum Orchestra (mit z. T. 5 Trommlern aus unterschiedlichen, vorrangig afrikanischen Kulturen) oder auch dem
Moiré Trio auf den Strukturen sich überlagernder Schlagzeug-Patterns auf. Daneben spielte Watts auch in den Bands von Musikern wie
Louis Moholo,
Archie Shepp,
Steve Lacy,
Don Cherry, Jayne Cortez, Harry Miller und Tippett.